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eine Reise nach HamburgNormalerweise treffen meine Schwester und ich uns einmal im Jahr an einem langen Wochenende zum Fahrradfahren. In diesem Jahr ist das anders. Vor einigen Wochen plante meine Schwester ein paar Tage nach Hamburg zu fahren und fragte mich, ob ich nicht mit wolle. Ich hatte große Lust, sagte zu und buchte mir gleich ein Ticket für die Bahn. Für die Übernachtung reservierten wir uns über Airbnb eine Unterkunft in Halstenbeck. Dieser Stadtteil liegt nordwestlich und ist sehr gut mit der S-Bahn zu erreichen. Am Ostermontag trafen wir uns also in Hamburg am Bahnhof Altona, zur Weiterfahrt nach Halstenbeck wo wir am S- Bahnhof abgeholt wurden. Mit Airbnb schläft man privat bei Menschen zu Hause. In unserem Fall hat uns ein sehr nettes Paar die obere Etage ihres Hauses mit einem großen Zimmer mit Balkon, Küche und eigenem Badezimmer zur Verfügung gestellt – S-Bahn Shuttle inklusive! Wir wurden super nett empfangen. Da es bereits spätnachmittags war, entschlossen wir uns für eine kleine Runde durch den Ort mit Abendessen bei “Fokko”. Halstenbeck ist auf den ersten Blick ein ganz normaler kleiner Vorort, mit allen Geschäften die man so braucht sowie einem Mix von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern. Sicher eine gute Ausfallbasis für den Stadttouristen, der abends ruhig schlafen möchte.

Dienstag – Altstadt:

HafenrundfahrtWir lassen den Morgen langsam angehen und machen uns auf in die Hamburger Altstadt. In meinem Reiseführer wird ein Spaziergang empfohlen, den wir bei Sonnenschein laufen. Entlang dem Chile– und dem Afrikahaus gelangen wir über die Trostbrücke zum Mahnmal St. Nikolai. Danach ist noch Zeit für eine Hafenrundfahrt. Wir schippern entlang großer Pötte und bekommen viel über die Hafenanlagen, den Warenumschlag und andere Sehenswürdigkeiten wie Fischmarkt, Hafenstraße, Elbphilharmonie, Dönerspieß erzählt. Ich finde, dass eine Hafen- oder Stadtrundfahrt mind. zwei gute Zwecke erfüllt: man erhält einen Überblick über best. Sehenswürdigkeiten, die man sich vielleicht später noch angucken möchte und man kann seine Füße schonen. Wir hatten dann noch das Glück von einem Hamburger Original alles erklärt zu bekommen. Als es zum Ende plötzlich anfing zu hageln lies uns ein: “bleibense mal ruhig sitzen, wir sind ja noch nich da”  und ein “nützt ja nix” kräftig grinsen. Seeluft macht hungrig und in Hamburg wird Fisch gegessen. Unsere Abendmahlzeit war dann auch Scholle Finkenwerder Art im Alt Hamburger Aalspeicher in der Deichstraße, laut Reiseführer die etwas gehobene Preisklasse. Der Service und das Ambiente waren toll, der Gruß aus der Küche und das Dessert ebenso, die Scholle habe ich anderswo schon besser gegessen. Die urige Atmosphäre des schmalen Restaurants hat was, man fühlt sich ein bisschen wie bei Oma im Wohnzimmer.

Mittwoch – von der Reeperbahn bis zu den Landungsbrücken:

ElbtunnelHeute wollen wir ein bisschen am Hafen rumlaufen, Pollerhocken ist das Ziel. Wir fahren aber zuerst nach St. Pauli und beginnen unseren Spaziergang am Hans Albers Platz. Natürlich ist dieser morgens wie ausgestorben, man kann das Nachtleben erahnen. Aus irgendeiner Kneipe klingen Schlager. Vicky Leandros singt “ich liiiieeebe das Leeeben” oder war es Marianne Rosenberg mit “ich bin wie duhuuu…”? Feiern da die von der Nacht Übriggebliebenen, oder hat die Putzfrau aufgedreht? Wir gehen weiter über die Reeperbahn, bestaunen kuriose Reklame und pausieren bei den Landungsbrücken. Ach ja, Pollerhocken…das geht hier im Hafengebiet natürlich bestens! Ein Blick in den alten Elbtunnel gleich neben den Landungsbrücken darf nicht fehlen. Hier müssen selbst die Autos mit dem Fahrstuhl fahren! Dann noch eben mit einem Fischbrötchen stärken und weiter geht’s Richtung Deichtorhallen mit dem internationalen Haus der Photografie. Bei unser anschließenden Kaffeepause lernen wir eine Hamburgerin kennen, die uns mit wichtigen Tipps für unser leibliches Wohl versorgt. So führt unser Weg gegen Abend in das Schanzenviertel, dem alternativen Stadtteil mit vielen Kneipen und Restaurants, hier hat auch Tim Mälzer seine Bullerei eröffnet. Die lassen wir sozusagen links liegen und essen wunderbar bei “Frank und frei”.

Donnerstag – rund um den Fischmarkt und Speicherstadt:

MiniwunderlandHeute Abend haben wir uns für das Miniwunderland reserviert, also versuchen wir wiederum den Tag mit mehr Ruhe zu beginnen. Wir sind dennoch nicht viel später in der Stadt als die Tage davor, macht aber nix, gibt ja genug zu sehen. Wir tummeln uns zunächst rund um den Fischmarkt, wollen uns auch die Haifischbar und der Schellfischposten etwas genauer angucken. Vorher bestaunen wir die Auslagen im Frische Paradies, einem Delikatessensupermarkt. Die Haifischbar will kein Museum sein, man soll etwas verzehren wenn man Fotos machen will. Verständlich, obwohl man denken könnte, dass dort sonst sowieso keiner mehr einfach so was trinken geht. Wir setzen uns bei Hans Albers Gesang “Komm doch meine Kleine, sei die meine, heute Nacht…”“ auf die verschlissene Bank und denken an unseren verstorbenen Vater, der jetzt ganz bestimmt stolz auf seine beiden Deerns ist!  Zurück Richtung Fischmarkt,  mit dem Wassertaxi zur Elbphilharmonie und von da zu Fuß weiter in die Speicherstatt. Erste Anlaufstelle ist das Gewürzmuseum, in dem man als über Herkunft, Ernte und Verwendung von Gewürzen erfährt. Alte Behältnisse, Maschinen und auch Fundstücke runden die Ausstellung ab. Ich stelle fest, dass ich fast alle beschriebenen Gewürze zu Hause im Schrank habe!
Ein bisschen Zeit verbringen wir noch in der Kaffeerösterei, bevor wir dann in das Miniwunderland eintauchen. Eine wirklich andere Welt! Fantastisch wie Details dargestellt, wie Tag und Nacht simuliert werden und die Geräuschkulisse uns an den einzelnen Orten denken lässt, wir seien tatsächlich am Flughafen oder Zeuge eines Brandes oder eines Autounfalls. Ein Mann steckt im Schnee, ein flower power Camping oder der Osterhasenzug in Amerika..auch ohne Modelleisenbahnfan zu sein wird man fasziniert von dieser außergewöhnlichen Ausstellung.

Freitag – durch die Neustadt an die Alster:

AbschiedHeute heißt es schon wieder Abschied nehmen. Da unsere Züge erst am späten Nachmittag gehen, haben wir noch ausreichend Zeit um von dem Frühlingswetter zu genießen. Was bietet sich dann mehr an, als ein Alsterspaziergang? Erst besuchen wir noch die Kramerwitwenwohnungen und bummeln ein wenig durch die Neustadt bevor wir dann die Binnenalster umrunden und uns im Alex zum Lunch niederlassen. Hier tummeln sich heute Lebensgenießer, jung und alt und relaxen in den ersten warmen Sonnenstrahlen. Das Ende unserer Reise naht, schnell noch ein Mitbringsel kaufen und dann geht es auf zum Bahnhof Altona. Ich war mind. seit 25 Jahren nicht in Hamburg, kannte die meisten Plätze und Straßen nur vom Hörensagen. Die Stadt ist gar nicht weitläufig. Alles ist gut zu Fuß erreichbar, man kann sich schnell zurecht finden. Mit der HamburgCard fährt man tagelang und ganz entspannt mit allen öffentlichen Verkehrsmittteln und erhält in bzw. an vielen Sehenswürdigkeiten, Museen und Restaurants Ermäßigung.

Welche Städte sind für Euch eine Reise wert? Schreibt hierunter, was ihr in Hamburg empfehlen könnt, oder eben auch woanders.

Für alle Fotos aus dem Bericht klickst du hier.
Und hier noch Fotos zu einigen Highlights die ich in meinem Bericht nicht erwähnen konnte, die aber unbedingt dazu gehören:

Heidi Kabel und das Ohnsorgtheater
Zitronenjette
Kramerwitwenviertel
der Hamburger Michel (das Wahrzeichen von Hamburg)
der Hummelmann
Davidwache