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IMG_4336Im vergangenen Jahr habe ich auf der Seite von Natuurmonumenten gesehen, dass man in der Mittsommernacht an einer Marathon- Wanderung teilnehmen kann. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Sponsorenwanderung, d.h. man muss einen bestimmten Betrag an Spenden aufbringen, um mitlaufen zu können. Dafür war es im letzten Jahr zu spät. Dieses Jahr habe ich rechtzeitig die Chance ergriffen und zusammen mit meinem Freund als Team A-J-A ausreichend Sponsorengeld sammeln können! Wir hatten einen Flyer entworfen und unsere Netzwerke aktiviert, um uns zu unterstützen. Es hat geklappt! Wir durften teilnehmen und 21 km auf der Veluwe wandern.

Wie bereitet man sich eigentlich auf so etwas vor? In diesem Falle haben wir uns nicht viele Gedanken darüber gemacht. Der Abstand war nicht die Herausforderung, nur das nächtliche Wandern. Wir haben also den Samstag ganz entspannt verbracht und versucht, nachmittags noch ein bisschen zu schlafen. Um halb zehn abends sind wir dann mit dem Zug zum Startpunkt gefahren. Doch irgendwie spannend. Keine Ahnung was mich da erwartet. Kaum angekommen ist man schon mitten im Gespräch mit anderen Wanderern, die auch zum ersten Mal an diesem Event teilnehmen

IMG_4337Der ‚boswachter’ (Waldwächter, ein schönes Wort! Also Förster ;-)) begrüßt die Wandertruppe, gibt noch ein paar Verhaltenstipps und schon dürfen wir um Mitternacht in kleineren Gruppen losmarschieren.
Es ist still. Einige Taschenlampen leuchten, wir gehen direkt in den Wald, mit Modderwegen, hügelauf- und abwärts, man hat vielleicht 2 Meter Sicht, ansonsten Dunkelheit. Es ist bewölkt und kein Stern am Himmel zu sehen. Ich finde das Laufen im Dunkeln ganz schön gewöhnungsbedürftig, manchmal sogar leicht gruselig. Ich probiere so wenig wie möglich die Taschenlampe zu benutzen, aber die Waldwege sind teilweise so uneben, dass ich doch lieber auf Sicherheit gehe. Ich empfinde es als total angenehm, dass wenig geredet wird. Man verschmilzt mit der Umgebung, so dass man viel mehr wahrnehmen kann. Wir laufen ein flottes Tempo, trotz der Dunkelheit. Nach ungefähr 10 km erreichen wir den ersten Checkpoint. Gerade in dem Moment als ich dachte: „Ich brauch jetzt echt mal ne Pause.“ Mein Körper wollte wohl schlafen. Es ist jetzt 2 Uhr morgens. Wir rasten nicht so lange, sondern setzen unseren Weg fort, ab jetzt nicht mehr in der kleinen Gruppe. Jeder geht sein eigenes Tempo. Keine Stunde später bricht die Wolkendecke auf und wir entdecken ein paar Sterne am Himmel. Es war zwar nie so ganz dunkel in dieser Nacht, aber wegen der Wolkendecke eben auch nicht so hell wie wir vorher gehofft hatten. Jetzt beginnt es leicht zu dämmern und kurze Zeit später hören wir schon das erste morgendliche Geräusch. Aber was ist das? Ein Vogel? Oder doch ein Frosch?

IMG_4338Wir laufen weiter durch Heidegebiet und genießen das frühe Vogelgezwitscher und das Aufkommen der Dämmerung. Und auf einmal sehen wir auch wieder Wanderfreunde. Ein Förster erwartet uns schon an einer Kreuzung, um uns auf einen Aussichtspunkt aufmerksam zu machen. Gemeinsam genießen wir von der wundervollen Aussicht über die Veluwse Heidelandschaft. Und da ist schon wieder das Geräusch…“Habt ihr die Nachtschwalbe gehört?“ fragt der Förster. Oh, das war also doch kein Frosch 😉 Dieses Geräusch werde ich nie vergessen! Es war das erste an diesem Sonntagmorgen was ich nach der nächtlichen Stille gehört (und genossen!) habe. Mittlerweile ist es hell. Plötzlich stehen viele Wanderer da und genießen die Aussicht, bevor sie den letzten Kilometer bis zum Ziel antreten.
IMG_0924Eigentlich schade, könnte man doch jetzt das Erwachen der Natur weiter genießen…Das machen wir dann auch, gemütlich am Lagerfeuer, welches die ganze Nacht für uns brannte. Noch eben ein bisschen mit anderen Mitstreitern plaudern und nach-genießen, bevor wir uns dann auf zum Bahnhof machen und nach Hause fahren.

Wir haben in dieser Nacht kein Wild gesehen, was ich persönlich nicht so schlimm finde. Ich fand es spannend, um durch die Nacht zu laufen, durch ein Naturgebiet, dessen optische Schönheit man im Dunkeln nur vermuten kann und wissend, das diese Erfahrung nur einmal im Jahr für eine Minderheit reserviert ist. Ich glaube, dass uns umgekehrt genug Augenpaare in der Dunkelheit gefolgt sind. Mit allem Respekt vor der Natur: Danke, dass ihr uns erlaubt habt, durch euren Wald zu laufen!

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Hier geht es zum niederländischen Beitrag.

Mit Dank an alle Sponsoren, die uns unterstützt haben!

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