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P1030585Mein Urlaub in den Alpen steht bevor. Und da ich ja eher der Flachlandtiroler bin, dachte ich mir, ich übe mal ein bisschen. Nachdem ich letztes Wochenende mächtigen Muskelkater beim Erklimmen des Habichtwaldsteigs bekommen habe, hatte ich mir für heute ein Stück vom Hermannsweg vorgenommen. Die zweite Etappe geht eigentlich von Hörstel nach Tecklenburg. Da man am Sonntag kaum öffentliche Verkehrsmittel findet, die einen entsprechen befördern können, habe ich mein Auto am Bahnhof Hörstel abgestellt und bin bis Ibbenbüren gewandert, von wo es eine stündliche Zugverbindung gibt. Aber der Reihe nach.

P1030576Von der Internetseite des Hermannswegs habe ich alle Informationen gesammelt und mir entsprechendes Kartenmaterial ausgedruckt. Der Zubringerweg vom Bahnhof Hörstel ist nich allen Stellen gut ausgezeichnet, aber trotzdem leicht zu finden, vor allem wenn man vorher einen Blick auf die Karte geworfen hat. Der Hermannsweg ist Teil der Hermannshöhen. Auf der Internetseite lernt man: “Die Hermannshöhen sind zwei nahtlos ineinander übergehende Wanderwege, die ein Netzwerk von insgesamt 226 km puren Wandervergnügens bieten. Die zwei Kammwege, der Eggeweg und der Hermannsweg, sind traditionsreiche Strecken, auf denen schon die alten Germanen wandelten. Verbunden durch die Hermannshöhen sind so drei beliebte Ferienregionen: das Sauerland im Süden, das Münsterland im Norden und der Teutoburger Wald mittendrin.” Ich befinde mich am Anfang also immer noch im Münsterland. Der Weg ist, bis auf wenige Straßenüberquerungen, durchgehend ein Waldweg, mit zwischendurch immer mal wieder ‘schönen Aussichten’.

P1030599Es geht sehr häufig rauf und wieder runter, genau das was ich wollte. So werden Muskelgruppen beansprucht, die hier im flachen Land eher wenig zu tun haben. Es ist ein warmer Maisonntag und ich bin natürlich nicht die Einzige, die unterwegs ist. Auf einem Parklplatz sehe ich viele Autos mit Fahrradträgern… Mir schwant Böses. Leider bestätigen sich wenig später mein Befürchtungen. Ich muss mir den Wanderweg mit Scharen von Mountainbikern teilen. Das dämmt mein Wandervergnügen teilweise sehr. Die Wege sind zwar meistens breit genug für alle Outdoors, dennoch erschrecke ich mich ab und zu sehr, wenn ein einzelner oder auch mehrere Radfahrer wie aus dem Nichts auftauchen und grußlos, aber eben nicht geräuschlos, an mir vorbei rauschen.
Bin ich doch am liebsten in der Natur, um von Ruhe, Stille und Naturgeräuschen zu genießen. Je dichter ich in die Nähe der Dörenther Klippen komme, desto mehr Wanderer begegnen mir. Wieder einmal fällt mir auf, wie wenig sich in Deutschland unter den Wanderern gegrüßt wird. Nach 1,5 Stunden erreiche ich eine Rastgelegenheit mit “schöner Aussicht”. Man sollte in die Ferne gucken, um von der Aussicht zu genießen. Der Buchenwald beeindruckt hin und wieder mit mächtigen Bäumen, das frische Maigrün belebt den Geist. Ich komme am Kaiserei vorbei. Folgende Informationen dazu aus dem Internet: “In diesem Flurstück liegt die Kaiserei-Höhle, kurz als “Kaiserei” bezeichnet. Sie besteht aus einer von Menschen gefertigten, tiefen bogenförmigen Nische (Doktors Loch) und einem von Menschenhand ausgehauenen Stollen, der vermutlich einer natürlichen Kluft im Sandstein folgte.”

P1030598Wenig später passiere ich eine Kriegsgräberstätte bevor der Aufstieg zu den Dörenthern Klippen beginnt. Ich entscheide mich gegen eine Kletterpartie, sondern nehme den normalen Wanderweg. Und genieße, oben angekommen, von der ‘Almhütte’ aus einem tollen Ausblick über’s Münsterland. Mein Versuch am “Hockenden Weib” rumzuklettern bleibt ein Versuch. Vermutlich muss man einen anderen Weg nehmen, z.B. die Teutoschleife Dörenther Klippen, um mehr von diesen Sandsteingebilden sehen zu können. Mein Weg führt mich heute aber wieder einen guten Kilometer zurück, wo der Abstieg nach Ibbenbühren beginnt. Nach weiteren 4 Kilometern erreiche ich den Bahnhof Ibbenbüren, das Ende meiner heutigen Wanderung. Alles in allem ein einfach begehbarer Wanderweg, mit sicher einigen Sehenswürdigkeiten auf der Gesamtlänge, die Grund genug sind die Reise ins Münsterland und den Teutoburger Wald anzutreten.

Wie sind eure Erfahrungen mit Sonntagswanderungen?

Link zum Hermannsweg

Link zum Kaiserei

Hier siehst du alle Fotos meiner ersten Wanderung auf dem Hermannsweg